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LASIK für Piloten und Astronauten: Qualität des Sehvermögens unter Extrembedingungen

August 2008

Zur Beurteilung des Sehvermögens nach erfolgter LASIK-Operation wird in der klinischen Routine die Bestimmung der Refraktion und der Sehschärfe verwendet. Aber auch die Bestimmung der Kontrastempfindlichkeit findet als aussagekräftigerer Parameter zunehmend Verbreitung.

Für eine objektive Messung der Leistungsfähigkeit des visuellen Systems von Piloten und Astonauten wurden von der US Navy Untersuchungen an einem Nachtfahrsimulator vorgenommen. Als Ausgangssituation wurde die Fahrt bei Nacht auf einer unbeleuchteten Landstraße bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h simuliert. Untersucht wurde die Entfernung, in der Gegenstände oder Personen am Straßenrand erkannt wurden und die Entfernung, in der diese Gegenstände beziehungsweise Personen als Gegenstand beziehungsweise Person identifiziert werden konnten. Zum Vergleich diente jeweils das Ergebnis vor der LASIK-Operation.

Bei der ersten Untersuchung wurde das Sehvermögen nach konventioneller LASIK mit einem mechanischen Mikrokeratom und einer Standardablation ohne Kompensation der sphärischen Aberration untersucht. Hierbei fanden sich im Vergleich zu den Ergebnissen vor der Standard-LASIK geringfügig schlechtere Werte sowohl für die Erkennung als auch für die Identifikation nächtlicher Hindernisse am Straßenrand.
Mit der Einführung des Femtosekundenlasers und der Verfügbarkeit verbesserter Ablationsprofile änderte sich das Bild. Femtosekundenlaser erreichen eine wesentlich höhere Schnittqualität. Außerdem induziert der gleichmäßige (plane) Lentikel, der mit dem IntraLase Femtosekundenlaser entsteht, geringere optische Aberrationen. Der Femtosekundenlaser bietet somit bessere Ergebnisse.

Neben der Lentikelpräparation haben die modernen Ablationsprofile wesentlichen Anteil an der Verbesserung der Qualität des Sehvermögens nach LASIK. So führte die früher eingesetzte Standardablation zu einer meist erheblichen sphärischen Aberration, die zur Wahrnehmung von Halos bei weiter Pupille in der Dämmerung und bei Nacht führte. Durch asphärische Ablationsprofile oder durch eine maßgeschneiderte, wellenfrontgesteuerte Ablation lässt sich die induzierte sphärische Aberration wesentlich reduzieren, es resultiert somit ein besseres Sehvermögen insbesondere bei Dämmerung und bei Nacht.

Diese theoretischen Erwartungen aufgrund der verbesserten Lentikelqualität (Femtosekundenlaser) und der optimierten Ablationsprofile (wellenfrontgesteuerte Ablation) konnten bei neueren Nachtfahrsimulationen bestätigt werden. Schallhorn und Mitarbeiter fanden nach wellenfrontgesteuerter Femto-LASIK im Vergleich zur Sehleistung vor der LASIK eine deutliche Verbesserung sowohl der Objekterkennung als auch der Identifikation.
Die moderne Femto-LASIK erfüllt somit die eingangs dargestellten Anforderungskriterien: Sie bietet ein stabiles Sehvermögen in großen Höhen, der mit dem Femtosekundenlaser präparierte Lentikel ist äußerst stabil und die Qualität des Sehvermögens unter Grenzbedingungen (Dämmerung und Nacht) ist besser als vor dem Eingriff.

Basierend auf diesen Ergebnisse wurde die Femto-LASIK Ende 2006 für Jetpiloten der US Navy und im Mai 2007 für alle Piloten der US Airforce zugelassen. Im September 2007 schließlich erfolgte die Zulassung der wellenfrontgesteuerten Femto-LASIK für Astronauten. Die LASIK hat in die Raumfahrt Einzug gehaltenund somit ihre Eignung auch unter höchsten Belastungen bewiesen.

Quelle:
Der AugenSpiegel, 06/2008



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