Die Light Adjustable Lens auf einen Blick
- Einsatzbereich:
Ersatz der getrübten natürlichen Augenlinse bei Operation des Grauen Stars (Katarakt-Operation) - Besonderheit:
Die Brechkraft der Light Adjustable Lens (LAL) lässt sich nach der Operation mit speziellem UV-Licht individuell feinjustieren. Hierfür ist kein erneuter operativer Eingriff erforderlich. - Individuelle Sehkorrektur:
Falls nach der Operation noch eine Fehlsichtigkeit besteht, kann diese gezielt verringert werden. - Wichtig für die Nachsorge:
Bis 24 Stunden nach der letzten Fixierungsbehandlung muss eine spezielle UV-Schutzbrille getragen werden.
Was ist die Light Adjustable Lens?
Die Light Adjustable Lens ist eine Kunstlinse, die anstelle der natürlichen Augenlinse eingesetzt wird. Sie besteht aus einem speziellen lichtempfindlichen Material. Dieses ermöglicht es, die Form und damit die Brechkraft der Linse nach der Operation durch gezielte UV-Lichtbehandlungen zu verändern.
Was unterscheidet die Light Adjustable Lens von anderen Linsen?
Es gibt zwei grundlegende Kategorien von Kunstlinsen: Linsen mit fester Brechkraft und anpassbare Linsen.
Ähnlich wie Brillengläser hat jede Linse eine bestimmte Stärke. Bei einer Linse mit fester Brechkraft wird diese vor der Operation festgelegt – also zu einem Zeitpunkt, an dem der Graue Star noch besteht. Nach der Implantation lässt sich die Linsenstärke ohne einen weiteren operativen Eingriff nicht mehr verändern, selbst wenn Ihr Sehergebnis noch nicht optimal ist.
Bei einer anpassbaren Linse kann die Stärke hingegen nach der Operation verändert werden. Sobald der Graue Star entfernt wurde und Ihre Augen verheilt sind, können Sie Ihr Sehvermögen im Alltag erproben. Dabei lässt sich die Linsenstärke bis zu dreimal anpassen, bis die endgültige Einstellung zu Ihnen passt.
Ablauf der Behandlung
Die Implantation der Light Adjustable Lens erfolgt nach dem Prinzip der üblichen Operation des Grauen Stars.
Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Zur örtlichen Betäubung werden meist Augentropfen verwendet.
1. Untersuchung und Planung
Vor der Operation werden Ihre Augen sorgfältig untersucht und vermessen. Dabei prüfen wir, ob die LAL für Sie geeignet ist, und besprechen Ihre Sehgewohnheiten und Erwartungen.
2. Entfernung der natürlichen Linse
Über einen kleinen Zugang wird die getrübte natürliche Augenlinse zerkleinert und entfernt. Der umgebende Kapselsack bleibt als Halterung für die Kunstlinse erhalten. Lesen Sie hier, wie der
Austausch der Linse genau erfolgt.
3. Einsetzen der Light Adjustable Lens
Die gefaltete Kunstlinse wird in das Auge eingebracht und im Kapselsack positioniert. Sie übernimmt dort die optische Funktion der entfernten Linse.
4. Schutzphase und Heilung
Patienten müssen nach der Operation während der gesamten Wachzeit eine spezielle UV-Schutzbrille tragen, um ein unkontrolliertes Verändern der Linse durch natürliches UV-Licht zu verhindern.
Nach dem Eingriff folgen Kontrolluntersuchungen.
5. Anschließende Feinanpassung
Sobald das Auge ausreichend verheilt und die Sehstärke stabil ist, beginnen die UV-Lichtbehandlungen. Sie bestehen aus 1 bis 3 kurzen, schmerzfreien Sitzungen zur Feinabstimmung der Sehschärfe (auch bei Hornhautverkrümmung / Astigmatismus).
6. Fixierung oder "Lock-in-Behandlungen"
Zum Abschluss wird die erreichte Einstellung durch zwei weitere Lichtbehandlungen dauerhaft fixiert.
24 Stunden nach der letzten Fixierung kann der UV-Schutz abgesetzt werden.
Wie funktioniert die Anpassung mit Licht?
Die Light Adjustable Lens besteht aus einem speziellen, silikonbasierten und lichtempfindlichen Material. Ein spezielles Behandlungsgerät, das sogenannte Light Delivery Device (LDD), richtet kontrolliertes UV-Licht gezielt auf die implantierte Linse. Die lichtempfindlichen Moleküle reagieren und verändern dadurch die Form der Linse und ihre optische Wirkung.
Das eintreffendes UV Licht (links) veraendert gezielt die Form und damit Brechkraft der Linse (rechts).
Die Anpassung erfolgt von außen. Das Auge muss dafür nicht erneut operativ geöffnet werden. Grundlage jeder Behandlung sind eine genaue Messung Ihrer Sehstärke nach der Operation und die gemeinsame Beurteilung des bisherigen Ergebnisses.
Bitte beachten Sie: Die Einstellbarkeit ist auf die Behandlungsphase nach der Operation begrenzt. Nach den abschließenden „Lock-in“-Behandlungen lässt sich die Linse nicht mehr auf diese Weise verändern.
Typischer Heilungsverlauf mit Lichtbehandlungen
Die erste Anpassung erfolgt üblicherweise etwa drei Wochen nach der Operation. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach Ihrem individuellen Heilungsverlauf.
Je nach Sehergebnis sind ein bis drei Anpassungsbehandlungen vorgesehen. Die eigentliche Lichtanwendung dauert häufig etwa 90 Sekunden pro Auge; für Untersuchung, Messung und Vorbereitung benötigen Sie zusätzliche Zeit. Zwischen den Behandlungen liegen in der Regel mindestens drei Tage.
Zum Abschluss wird die erreichte Einstellung durch zwei weitere Lichtbehandlungen dauerhaft fixiert. Diese sogenannten Lock-in-Behandlungen gehören zum vollständigen Behandlungsablauf. Planen Sie für die Heilungs- und Anpassungsphase mehrere Wochen sowie zusätzliche Termine ein. Bei verzögerter Heilung oder noch schwankenden Messwerten kann sich der Zeitraum verlängern.
Warum müssen Sie eine UV-Schutzbrille tragen?
Solange die Linse noch nicht endgültig fixiert ist, kann auch unbeabsichtigtes UV-Licht ihre Brechkraft verändern. Deshalb ist die spezielle, von RxSight vorgeschriebene UV-Schutzbrille ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung.
Tragen Sie diese ab der Implantation während der gesamten Wachzeit – auch in Innenräumen – bis 24 Stunden nach der letzten Lock-in-Behandlung. Eine gewöhnliche Sonnenbrille ersetzt die vorgeschriebene Schutzbrille nicht.
Solariumbesuche sind während dieser Phase nicht erlaubt. Falls Sie die Schutzbrille zeitweise nicht getragen haben, setzen Sie sie wieder auf und informieren Sie Ihr Behandlungsteam.
Bitte beachten Sie: Ungeschützte UV-Lichtexposition kann zu unvorhersehbaren Veränderungen der Linse und verschwommenem Sehen führen. In schweren Fällen kann ein Austausch der Linse erforderlich werden.
Für wen ist die Light Adjustable Lens geeignet?
Die Light Adjustable Lens kommt für erwachsene Patienten infrage, bei denen eine Operation des Grauen Stars vorgesehen ist und die eine individuelle Feinanpassung der Sehstärke nach dem Eingriff wünschen.
Entscheidend sind der Zustand Ihrer Augen, Ihre Sehanforderungen und Ihre Bereitschaft, sämtliche Lichtbehandlungen und Kontrolltermine wahrzunehmen. Auch das zuverlässige Tragen der UV-Schutzbrille ist Voraussetzung.
Nach einer früheren Augenlaserbehandlung kann die Möglichkeit einer nachträglichen Feinanpassung besonders interessant sein. Ob die LAL im Einzelfall geeignet ist, muss jedoch anhand einer eingehenden Untersuchung entschieden werden.
Die vorliegenden Hersteller-Sicherheitsinformationen beschreiben den Einsatz bei einer vorbestehenden Hornhautverkrümmung ab 0,75 Dioptrien und ohne vorbestehende Erkrankung der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens.
Wann ist die LAL nicht geeignet?
Die LAL darf unter anderem nicht eingesetzt werden, wenn Sie bestimmte systemisch wirkende Medikamente einnehmen, die die UV-Lichtempfindlichkeit erhöhen oder die Netzhaut schädigen können. Auch eine frühere Herpes-simplex-Infektion am Auge oder ein Nystagmus, also unwillkürliche Augenbewegungen, können die Anwendung ausschließen.
Weitere Augenerkrankungen, Entzündungen, eine unzureichende Pupillenerweiterung oder fehlender Halt für die Kunstlinse können gegen die Behandlung sprechen.
Bitte informieren Sie uns deshalb vor der Operation über sämtliche Medikamente, frühere Augenoperationen und bekannte Augenerkrankungen.
Benötigen Sie nach der Behandlung noch eine Brille?
Die LAL kann die Abhängigkeit von einer Brille verringern. Eine vollständige Brillenfreiheit in allen Entfernungen kann jedoch nicht zugesichert werden.
Wird die Linse für gutes Sehen in der Ferne eingestellt, ist insbesondere für das Lesen und andere Tätigkeiten im Nahbereich häufig weiterhin eine Brille erforderlich. Welche Sehbereiche ohne Brille erreichbar sind, hängt von der gewählten Einstellung und den Voraussetzungen Ihrer Augen ab.
Mit dem Austausch der natürlichen Linse geht deren noch vorhandene Fähigkeit verloren, selbstständig auf unterschiedliche Entfernungen scharfzustellen. Diese natürliche Akkommodation wird durch die Lichtanpassung nicht wiederhergestellt.
Welche Probleme können mit der LAL auftreten?
Wie bei jeder Operation im Augeninneren sind Komplikationen möglich. Dazu gehören Entzündungen, Infektionen und eine Schwellung der Makula. In einzelnen Fällen können weitere Behandlungen oder ein erneuter Eingriff erforderlich werden.
Durch die UV-Lichtbehandlungen können zusätzlich Veränderungen der Farbwahrnehmung, beispielsweise ein rosa oder rötlicher Seheindruck, auftreten. Diese können vorübergehend sein, in einzelnen Fällen aber auch anhalten. In den Sicherheitsinformationen werden außerdem lichtbedingte Netzhautschäden und unerwartete Veränderungen der Sehstärke beschrieben.
Über Ihre persönlichen Risiken und die Grenzen des Verfahrens informieren wir Sie im ärztlichen Aufklärungsgespräch.
Was können Sie selbst zu einem guten Ergebnis beitragen?
- Reiben Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht die Augen!
- Tragen Sie die vorgeschriebene UV-Schutzbrille konsequent bis 24 Stunden nach der letzten Lock-in-Behandlung.
- Benutzen Sie regelmäßig die mitgegebenen Augentropfen; wenden Sie die Augentropfen jedoch nur so lange an, wie es Ihr Arzt angeordnet hat. Eine längere Anwendung der hochwirksamen Medikamente könnte Ihren Augen Schaden zufügen!
- Nehmen Sie sämtliche Kontroll-, Anpassungs- und Fixierungstermine wahr.
- Teilen Sie uns mit, wie Sie im Alltag sehen und ob Beschwerden oder Veränderungen der Farbwahrnehmung auftreten.
- Suchen Sie bei starken Schmerzen oder plötzlicher Sehverschlechterung sofort augenärztliche Hilfe auf.
Behandlungskosten
| Erstuntersuchung | ca. 390 Euro * |
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| Bei der Erstuntersuchung und individuellen Beratung wird festgestellt, welche Operation für Sie am besten geeignet ist. | ||
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| Laser-Linsenaustausch mit Implantation einer Light Adjustable Lens, inkl. der Lichtbehandlungen |
ca. 4.500 Euro (ein Auge) | ca. 9.200 Euro (beide Augen) |
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Die Kosten für die Erstuntersuchung und Behandlung werden individuell gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet. Die genannten Preise verstehen sich daher als ungefähre Richtwerte. Die Behandlungskosten werden generell nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Dies gilt auch für die erforderlichen Erstuntersuchungen und die Nachkontrollen. FreeVis bietet gesetzlich und privat versicherten Patienten eine bequeme Ratenzahlungsmöglichkeit über Medipay an, diese Finanzierung ist für ein Jahr zinsfrei. Weitere Informationen » Finanzierung Ihrer Operation » Kosten, steuerliche Absetzbarkeit » Hinweise zur Kostenerstattung für privat versicherte Patienten |
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